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Gelenke und Freiheitsgrade

Ein Gelenk setzt an einer Stelle des Tragwerks eine Schnittgröße auf null und lässt dafür einen Sprung in der zugehörigen Verformungsgröße zu. In der direkten Steifigkeitsmethode wirft das eine Frage auf: Die Knoten haben je nur eine Verdrehung, aber an einem Momentengelenk verdrehen sich die angeschlossenen Stäbe unterschiedlich. Diese Seite zeigt, wie man Gelenke als Freigaben an Stabenden beschreibt, wie man sie durch statische Kondensation in die Elementmatrix einarbeitet und was das für die Freiheitsgrade bedeutet – mit einem vollständig durchgerechneten Gerberträger.

1. Drei Arten von Gelenken

Ein biegesteifer Anschluss überträgt alle drei Schnittgrößen NN, QQ und MM, und die Verformungsgrößen uu, ww und φ\varphi laufen stetig durch. Ein Gelenk gibt genau eine dieser Bindungen frei. Die Schnittgröße ist dort null, und die zugehörige Verformungsgröße darf springen:

Die Freigaben lassen sich kombinieren. Gibt ein Stabende MM und QQ frei, überträgt es nur noch eine Längskraft; gibt ein Stab an beiden Enden MM frei, ist er ein Fachwerkstab, der ohne Last auf dem Stab nur Normalkraft trägt.

Jede Freigabe hebt eine Bindung auf und fügt die Bedingung „Schnittgröße gleich null“ hinzu. Der Grad der statischen Unbestimmtheit sinkt dadurch um eins, mit einer Ausnahme, die Abschnitt 2 erklärt. Wird er negativ, ist das Tragwerk verschieblich.

2. Freigaben gehören zu Stabenden

In der Steifigkeitsmethode hat jeder Knoten drei Freiheitsgrade uxu_x, uyu_y und φ\varphi, die sich alle biegesteif angeschlossenen Stäbe teilen (siehe Direkte Steifigkeitsmethode, Abschnitt 2). Ein Momentengelenk zwischen zwei Stäben bedeutet dagegen, dass sich ihre Enden am selben Punkt unterschiedlich verdrehen. Beides passt zusammen, wenn man die Freigabe nicht dem Knoten zuordnet, sondern einem Stabende:

Treffen an einem Gelenkknoten nn Stäbe zusammen, genügen deshalb n−1n - 1 Freigaben. Beim Gerberträger reicht ein Momentengelenk am Ende des einen Stabs; der andere bleibt biegesteif am Knoten, und die Knotenverdrehung ist seine Endverdrehung.

Gibt man alle nn Stabenden frei, hängt an der Knotenverdrehung keine Steifigkeit mehr: Der Knoten könnte sich beliebig drehen, ohne dass ein Stab etwas davon merkt. Am Ergebnis ändert das nichts, das Gleichungssystem wird dadurch aber singulär. So ist es in jedem Fachwerkknoten. Ein Einzelmoment als Last kann ein solcher Knoten nicht aufnehmen.

Dieselbe Überlegung gilt an Auflagern. Ein Momentengelenk am Stabende unmittelbar an einer Einspannung hebt deren Wirkung für diesen Stab auf; er ist dann nur noch gelenkig gelagert (siehe Auflagertypen, Abschnitt 3).

3. Zwei Wege in der Steifigkeitsmethode

Für die Rechnung gibt es zwei gleichwertige Möglichkeiten, die eigene Verdrehung eines Gelenkstabendes zu erfassen:

  1. Zusätzlicher Freiheitsgrad. Man legt an der Gelenkstelle zwei Knoten übereinander, koppelt ihre Verschiebungen uxu_x und uyu_y und lässt die Verdrehungen getrennt. Jedes Momentengelenk bringt dann eine Unbekannte mehr ins Gleichungssystem.
  2. Statische Kondensation. Man eliminiert den freigegebenen Freiheitsgrad schon in der Elementgleichung. Der Stab geht mit einer abgeänderten Steifigkeitsmatrix und einem abgeänderten Lastvektor in den Zusammenbau ein; die Zahl der globalen Unbekannten bleibt gleich. Die Verdrehung am Gelenkende wird nach dem Lösen aus der Elementgleichung zurückgerechnet.

Beide Wege liefern exakt dieselben Ergebnisse. Die Kondensation hat den Vorteil, dass sie für alle drei Gelenkarten gleich funktioniert und am Knoten nichts verändert. Der Rechner verwendet sie.

4. Statische Kondensation

Ausgangspunkt ist die Elementgleichung im lokalen System, f=k d−Q\mathbf f = \mathbf k\,\mathbf d - \mathbf Q. Man teilt die sechs Stabendgrößen in die freigegebenen (cc) und die beibehaltenen (rr) und ordnet die Gleichung danach:

[frfc]=[krrkrckcrkcc][drdc]−[QrQc]\begin{bmatrix} \mathbf f_r \\ \mathbf f_c \end{bmatrix} = \begin{bmatrix} \mathbf k_{rr} & \mathbf k_{rc} \\ \mathbf k_{cr} & \mathbf k_{cc} \end{bmatrix} \begin{bmatrix} \mathbf d_r \\ \mathbf d_c \end{bmatrix} - \begin{bmatrix} \mathbf Q_r \\ \mathbf Q_c \end{bmatrix}

Die Freigabe verlangt, dass die zugehörigen Stabendkräfte verschwinden, fc=0\mathbf f_c = \mathbf 0. Aus der zweiten Zeile folgen damit die freigegebenen Verschiebungsgrößen:

dc=kcc−1(Qc−kcr dr)\mathbf d_c = \mathbf k_{cc}^{-1} \left( \mathbf Q_c - \mathbf k_{cr}\,\mathbf d_r \right)

Eingesetzt in die erste Zeile bleibt

fr=k∗ dr−Q∗mitk∗=krr−krc kcc−1 kcr,Q∗=Qr−krc kcc−1 Qc\mathbf f_r = \mathbf k^{*}\,\mathbf d_r - \mathbf Q^{*} \qquad\text{mit}\qquad \mathbf k^{*} = \mathbf k_{rr} - \mathbf k_{rc}\,\mathbf k_{cc}^{-1}\,\mathbf k_{cr}, \qquad \mathbf Q^{*} = \mathbf Q_r - \mathbf k_{rc}\,\mathbf k_{cc}^{-1}\,\mathbf Q_c

Man schreibt k∗\mathbf k^{*} und Q∗\mathbf Q^{*} wieder als 6×66 \times 6-Matrix und Vektor mit sechs Einträgen, mit Nullen in den Zeilen und Spalten der Freigaben. Dann gehen sie genau wie eine gewöhnliche Elementmatrix durch Transformation und Zusammenbau. An der freigegebenen Stelle gibt der Stab keine Kraft an den Knoten ab, und die Knotenverschiebung wirkt nicht auf ihn zurück.

Der Lastvektor muss mitkondensiert werden. Nimmt man für einen Gelenkstab unter Gleichlast die Volleinspanngrößen des beidseitig eingespannten Stabs, fehlt die Umlagerung des Moments zum eingespannten Ende: Dort stünde qL2/12qL^2/12 statt qL2/8qL^2/8.

5. Momentengelenk am Stabende

Der häufigste Fall ist ein Momentengelenk am Stabende bb. Freigegeben ist nur φb\varphi_b, also ist kcc=4EI/L\mathbf k_{cc} = 4EI/L eine Zahl, und die Kondensation lässt sich von Hand ausführen. Zum Beispiel für den ersten Biegeeintrag:

k22∗=12EIL3−6EIL2⋅L4EI⋅6EIL2=12EIL3−9EIL3=3EIL3k^{*}_{22} = \frac{12EI}{L^3} - \frac{6EI}{L^2} \cdot \frac{L}{4EI} \cdot \frac{6EI}{L^2} = \frac{12EI}{L^3} - \frac{9EI}{L^3} = \frac{3EI}{L^3}

Insgesamt:

k∗=[EAL00−EAL0003EIL33EIL20−3EIL3003EIL23EIL0−3EIL20−EAL00EAL000−3EIL3−3EIL203EIL30000000]\def\arraystretch{2.1} \mathbf k^{*} = \begin{bmatrix} \dfrac{EA}{L} & 0 & 0 & -\dfrac{EA}{L} & 0 & 0 \\ 0 & \dfrac{3EI}{L^3} & \dfrac{3EI}{L^2} & 0 & -\dfrac{3EI}{L^3} & 0 \\ 0 & \dfrac{3EI}{L^2} & \dfrac{3EI}{L} & 0 & -\dfrac{3EI}{L^2} & 0 \\ -\dfrac{EA}{L} & 0 & 0 & \dfrac{EA}{L} & 0 & 0 \\ 0 & -\dfrac{3EI}{L^3} & -\dfrac{3EI}{L^2} & 0 & \dfrac{3EI}{L^3} & 0 \\ 0 & 0 & 0 & 0 & 0 & 0 \end{bmatrix}

Das ist die Steifigkeit des einseitig eingespannten, einseitig gelenkig gelagerten Stabs: 3EI/L3EI/L statt 4EI/L4EI/L für die Verdrehung des Stabanfangs, ohne Fortleitung zum Gelenkende. Der Längsanteil ist vom Gelenk nicht betroffen. Für eine Gleichlast qzq_z über den ganzen Stab ergibt die Kondensation

Q∗=[05 qzL8qzL2803 qzL80]T\def\arraystretch{2.1} \mathbf Q^{*} = \begin{bmatrix} 0 & \dfrac{5\,q_z L}{8} & \dfrac{q_z L^2}{8} & 0 & \dfrac{3\,q_z L}{8} & 0 \end{bmatrix}^{\mathsf T}

also wieder die bekannten Tabellenwerte dieses Stabs: Einspannmoment qL2/8qL^2/8, Auflagerkräfte 5qL/85qL/8 und 3qL/83qL/8. Nach dem Lösen liefert die Rückrechnung die Verdrehung des Gelenkendes:

φb=−qzL348 EI−3 (wa−wb)2L−φa2\varphi_b = -\frac{q_z L^3}{48\,EI} - \frac{3\,(w_a - w_b)}{2L} - \frac{\varphi_a}{2}

Der Knick im Gelenk ist der Unterschied zwischen φb\varphi_b und der Verdrehung des Knotens, an dem das Stabende hängt.

6. Unzulässige Kombinationen

Die Kondensation setzt voraus, dass kcc\mathbf k_{cc} invertierbar ist. Das ist genau dann nicht der Fall, wenn die Freigaben dem Stab eine Starrkörperbewegung erlauben, bei der an keinem der beibehaltenen Stabenden etwas geschieht:

Solche Stäbe haben keine bestimmte Lage. Der Rechner prüft das vor der Rechnung und meldet den Stab mit den beteiligten Freigaben. Zulässig ist dagegen etwa MM und QQ am selben Ende: Das Stabende überträgt dann nur noch die Längskraft.

7. Zahlenbeispiel: Gerberträger

System

Träger über 1212 m mit Festlager AA bei x=0x = 0, Loslagern BB bei x=6x = 6 m und CC bei x=12x = 12 m und einem Momentengelenk GG bei x=8x = 8 m. Gleichlast q=10q = 10 kN/m nach unten über die ganze Länge, EI=20 250EI = 20\,250 kNm². Drei Stäbe von links nach rechts: A–B (L=6L = 6 m), B–G (L=2L = 2 m) und G–C (L=4L = 4 m). Das Gelenk ist als Freigabe von MM am Ende des Stabs B–G angesetzt; G–C ist bei GG biegesteif angeschlossen.

Das System ist statisch bestimmt: Der Einhängeträger G–C ist ein Einfeldträger und gibt 2020 kN an GG ab. Die Steifigkeitsmethode braucht diese Einsicht nicht; die Rechnung läuft genauso wie bei einem unbestimmten System.

Freiheitsgrade

Die Längsverschiebungen sind wie beim Zweifeldträger von der Biegung entkoppelt und bleiben null. Unbekannt sind die Verdrehungen φA\varphi_A, φB\varphi_B, φG\varphi_G, φC\varphi_C und die Durchbiegung uy,Gu_{y,G} am Gelenk, das kein Auflager hat. Die Verdrehung des Stabendes B–G bei GG ist keine Unbekannte: Sie ist herauskondensiert.

Beiträge der Stäbe

Gleichungssystem

Mit dem Faktor EI/48EI/48 vor der Matrix werden alle Einträge ganzzahlig:

EI48[321600016104−36000−362718180018482400182448][φAφBuy,GφGφC]=[−3030−5−7,5−20−13,3313,33]\frac{EI}{48} \begin{bmatrix} 32 & 16 & 0 & 0 & 0 \\ 16 & 104 & -36 & 0 & 0 \\ 0 & -36 & 27 & 18 & 18 \\ 0 & 0 & 18 & 48 & 24 \\ 0 & 0 & 18 & 24 & 48 \end{bmatrix} \begin{bmatrix} \varphi_A \\ \varphi_B \\ u_{y,G} \\ \varphi_G \\ \varphi_C \end{bmatrix} = \begin{bmatrix} -30 \\ 30 - 5 \\ -7{,}5 - 20 \\ -13{,}33 \\ 13{,}33 \end{bmatrix}

Der Eintrag 104=32+72104 = 32 + 72 bei φB\varphi_B setzt sich aus 4EI/64EI/6 von A–B und 3EI/23EI/2 von B–G zusammen, der Eintrag 27=18+927 = 18 + 9 bei uy,Gu_{y,G} aus 3EI/83EI/8 von B–G und 3EI/163EI/16 von G–C. Die Kopplung von φG\varphi_G an B–G fehlt: Über das Gelenk hinweg wird kein Moment übertragen.

Lösung

EI[φAφBuy,GφGφC]=[−30−30−133,336,66760]⟹φA=φB=−1,481⋅10−3 raduy,G=−6,584⋅10−3 mφG=3,292⋅10−4 radφC=2,963⋅10−3 radEI \begin{bmatrix} \varphi_A \\ \varphi_B \\ u_{y,G} \\ \varphi_G \\ \varphi_C \end{bmatrix} = \begin{bmatrix} -30 \\ -30 \\ -133{,}33 \\ 6{,}667 \\ 60 \end{bmatrix} \quad\Longrightarrow\quad \begin{aligned} \varphi_A = \varphi_B &= -1{,}481 \cdot 10^{-3}\ \text{rad} \\ u_{y,G} &= -6{,}584 \cdot 10^{-3}\ \text{m} \\ \varphi_G &= 3{,}292 \cdot 10^{-4}\ \text{rad} \\ \varphi_C &= 2{,}963 \cdot 10^{-3}\ \text{rad} \end{aligned}

Probe durch Einsetzen, erste Zeile: (32⋅(−30)+16⋅(−30))/48=−30\bigl(32 \cdot (-30) + 16 \cdot (-30)\bigr)/48 = -30. Die übrigen Zeilen gehen ebenso auf.

Knick im Gelenk

Die Rückrechnungsformel aus Abschnitt 5 gibt für das Ende des Stabs B–G, mit wa=0w_a = 0, wb=uy,Gw_b = u_{y,G} und φa=φB\varphi_a = \varphi_B:

EI φb=10⋅2348−3⋅133,332⋅2+302=1,667−100+15=−83,33EI\,\varphi_b = \frac{10 \cdot 2^3}{48} - \frac{3 \cdot 133{,}33}{2 \cdot 2} + \frac{30}{2} = 1{,}667 - 100 + 15 = -83{,}33

Der Stab B–G kommt also mit φb=−4,115⋅10−3\varphi_b = -4{,}115 \cdot 10^{-3} rad am Gelenk an, der Stab G–C beginnt dort mit φG=+3,292⋅10−4\varphi_G = +3{,}292 \cdot 10^{-4} rad. Der Knick beträgt Δφ=90/EI=4,444⋅10−3\Delta\varphi = 90/EI = 4{,}444 \cdot 10^{-3} rad.

Schnittgrößen

Aus f=k d−Q\mathbf f = \mathbf k\,\mathbf d - \mathbf Q für A–B:

mb=2EIL φA+4EIL φB−30=−10−20−30=−60 kNmfz,a=6EIL2 (φA+φB)+30=−10+30=20 kNfz,b=−6EIL2 (φA+φB)+30=10+30=40 kN\begin{aligned} m_b &= \tfrac{2EI}{L}\,\varphi_A + \tfrac{4EI}{L}\,\varphi_B - 30 = -10 - 20 - 30 = -60\ \text{kNm} \\ f_{z,a} &= \tfrac{6EI}{L^2}\,(\varphi_A + \varphi_B) + 30 = -10 + 30 = 20\ \text{kN} \\ f_{z,b} &= -\tfrac{6EI}{L^2}\,(\varphi_A + \varphi_B) + 30 = 10 + 30 = 40\ \text{kN} \end{aligned}

und mit der kondensierten Matrix für B–G:

ma=3EIL φB−3EIL2 uy,G−(−5)=−45+100+5=60 kNmfz,a=3EIL2 φB−3EIL3 uy,G−(−12,5)=−22,5+50+12,5=40 kN\begin{aligned} m_a &= \tfrac{3EI}{L}\,\varphi_B - \tfrac{3EI}{L^2}\,u_{y,G} - (-5) = -45 + 100 + 5 = 60\ \text{kNm} \\ f_{z,a} &= \tfrac{3EI}{L^2}\,\varphi_B - \tfrac{3EI}{L^3}\,u_{y,G} - (-12{,}5) = -22{,}5 + 50 + 12{,}5 = 40\ \text{kN} \end{aligned}

Probe mit Tabellenformeln

Die Verschiebungen lassen sich unabhängig prüfen. Feld A–B als Einfeldträger mit Gleichlast und dem Stützmoment −60-60 kNm bei BB:

EI φB=qL324−∣MB∣ L3=90−120=−30EI\,\varphi_B = \frac{qL^3}{24} - \frac{|M_B|\,L}{3} = 90 - 120 = -30

Kragarm B–G, ℓ=2\ell = 2 m, eingespannt mit der Verdrehung φB\varphi_B, mit Gleichlast und der Kraft F=20F = 20 kN aus dem Einhängeträger:

EI uy,G=EI φB ℓ−qℓ48−Fℓ33=−60−20−53,33=−133,33EI φb=EI φB−qℓ36−Fℓ22=−30−13,33−40=−83,33\begin{aligned} EI\,u_{y,G} &= EI\,\varphi_B\,\ell - \frac{q\ell^4}{8} - \frac{F\ell^3}{3} = -60 - 20 - 53{,}33 = -133{,}33 \\ EI\,\varphi_b &= EI\,\varphi_B - \frac{q\ell^3}{6} - \frac{F\ell^2}{2} = -30 - 13{,}33 - 40 = -83{,}33 \end{aligned}

8. Querkraft- und Normalkraftgelenk

Für die beiden anderen Gelenkarten ändert sich nur, welcher Freiheitsgrad kondensiert wird. Zwei kurze Beispiele, beide in der Beispielliste des Rechners:

Querkraftgelenk

Beidseitig eingespannter Träger, L=6L = 6 m, Gleichlast q=10q = 10 kN/m, Querkraft am Stabanfang freigegeben. Wegen Q(0)=0Q(0) = 0 läuft die ganze Last zum rechten Auflager, B=qL=60B = qL = 60 kN, und es ist M(x)=M0−qx2/2M(x) = M_0 - q x^2/2. Die Verdrehung ist an beiden Enden gehalten, also muss die Summe der Krümmungen null sein:

∫0LM(x)EI dx=0⟹M0 L−qL36=0⟹M0=qL26=60 kNm\int_0^L \frac{M(x)}{EI}\,\mathrm dx = 0 \quad\Longrightarrow\quad M_0\,L - \frac{q L^3}{6} = 0 \quad\Longrightarrow\quad M_0 = \frac{qL^2}{6} = 60\ \text{kNm}

und am rechten Ende M(L)=qL2/6−qL2/2=−qL2/3=−120M(L) = qL^2/6 - qL^2/2 = -qL^2/3 = -120 kNm. Die Durchbiegung springt am freigegebenen Ende: Der Träger sackt dort ab, ohne sich zu verdrehen, und zwar um 540/EI=26,7540/EI = 26{,}7 mm; das folgt aus zweimaliger Integration der Krümmung M/EIM/EI von BB aus.

Normalkraftgelenk

Waagrechter Träger aus zwei Stäben A–C und C–B zu je 33 m, AA eingespannt, BB unverschieblich gelagert, in CC eine waagrechte Last von 1212 kN nach rechts. Ohne Gelenk teilt sich die Last je zur Hälfte auf beide Auflager auf. Gibt der Stab A–C bei AA die Normalkraft frei, trägt er keine Längskraft mehr: Die ganze Last läuft über C–B, NCB=−12N_{CB} = -12 kN (Druck), NAC=0N_{AC} = 0.

9. So rechnet der Rechner

Im Rechner nachvollziehen

Das Zahlenbeispiel steht als Gerberträger in der Beispielliste. Die Momentenlinie zeigt −60 kNm über BB und null im Gelenk, die Biegelinie den Knick bei GG. Im Reiter „Verschiebungen“ steht die Durchbiegung von GG als −6.584 mm. Fachwerk, Normalkraftgelenk und Querkraftgelenk finden sich in derselben Liste.

Gerberträger im Rechner öffnen

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